Zwischen Aktenstaub und Meeresstrand

Cover des Buches Zwischen Aktenstaub und Meeresstrand

Erschienen im März 2018

15 Seiten

ISBN 978-3746098616

Erhältlich als Ebook

 

Die ganze 10a freut sich auf die Abschlussfahrt nach Dänemark. Auch Mia schmiedet Pläne, was sie am Nordseestrand alles erleben will. Doch dann verliert ihr Vater seine Arbeit, und plötzlich ist kein Geld mehr da für die Reise. Mia beschließt, sich die Fahrt selbst zu verdienen, aber sie muss lernen, dass es gar nicht so leicht ist, Schule, Arbeit und Freundschaften unter einen Hut zu bringen. Alles droht zu zerbrechen, bis sie Hilfe von unerwarteter Seite bekommt...

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Autoren-Plauderei

Normalerweise steht am Anfang einer Geschichte die Idee, die sich vielleicht aus einer flüchtigen Beobachtung im Alltag oder einem Bericht in der Zeitung ergibt. Hier war es anders, ich hatte Lust, etwas Kurzes zu schreiben, und habe mir eine Reihe von Bildern angesehen und bei jedem überlegt, ob mir dazu eine Geschichte einfällt. Aus diesem Bild ist am Ende innerhalb von zwei Tagen die kurze Erzählung entstanden:

Bild: Ein Mädchen schaut nachdenklich aus dem Fenster

Dr. Broich – links. Noch mal Dr. Broich – wieder links. Zweimal Peters – rechts. Broich – links, Peters rechts. Dazwischen einmal Koroszek, ganz nach rechts. Der war nur kurz in der Kanzlei tätig gewesen, deshalb gab es von ihm auch nicht viele Akten.

Aktenmappen zu sortieren war der ödeste Job, den Mia sich vorstellen konnte. Abgegriffene Hefter aus Pappe oder Plastik, manche dünn, andere prall gefüllt. Jeder mit einem Aktenzeichen versehen, und mit dem Namen des Anwalts, der den Vorgang bearbeitet hatte. Alle durcheinander in die Regale gestopft, ein heilloses Chaos, und Mia durfte Stunden um Stunden damit verbringen, das zu sortieren. Leicht verdientes Geld, konnte man behaupten, nicht körperlich anstrengend und auch keine geistige Herausforderung, von jeder Mappe den Namen des Anwalts abzulesen und die Mappe dann auf den entsprechenden Stapel zu legen. Aber genau das machte es auch so langweilig, und nicht zum ersten Mal dachte sie, dass sie sich vielleicht doch besser etwas anderes gesucht hätte.

Seufzend klatschte sie den ungefähr zweihundertsten Dr. Broich des Tages auf den Stapel links, dann stützte sie die Ellbogen auf den Stapel zu sichtender Akten vor ihr auf dem Schreibtisch und das Kinn auf die Hände. Wie viele Dr. Broichs, Peters‘ und Koroszeks sie wohl noch sortieren würde, bis sie das Geld für die Klassenfahrt zusammenhatte?